Achtsamkeit@home: Spülmaschinen-rückwärts-ausräum-Meditation

Eben habe ich sehr achtsam drei Maschinen Fami­li­en­wä­sche sor­tiert, in die Wasch­ma­schine gebracht, nach­ein­ander zum Trocknen auf­ge­hängt. Zwi­schen­durch zwei Wäsche­körbe getrock­nete Wäsche zusammen gelegt und so sor­tiert, dass diesmal die Socken meiner 5-jäh­rigen Tochter nicht beim großen Bruder im Schrank lan­deten und die Strick­jacke der Großen nicht bei mir … das pas­siert im Eifer des Haus­halts­ge­fechts schon mal (wenn ich nicht achtsam bin). Heute jedoch habe ich in meiner Geh­me­di­ta­tion fast jeden Schritt Rich­tung Wasch­ma­schine, Wäsche­keller oder Klei­der­schrank gespürt, bewusst geatmet und immer wieder ent­spannt. Das ist leichter, wenn man nicht allzu schnell übt. Also brauchte ich länger, als wenn ich die Arbeit unachtsam erle­digt hätte. Im Gegenzug war ich aber sehr ent­spannt und guter Dinge.

Als ich fröh­lich meine Wäsche gebän­digt hatte, wollte ich an den PC, um end­lich zu arbeiten. Doch die Spül­ma­schine war sauber und das dre­ckige Geschirr sta­pelte sich bereits auf der Arbeits­platte oben drüber. Also gut, seuf­zend hin zu meiner Lieb­lings­auf­gabe: Spül­ma­schine aus­räumen. Am besten mit Hilfe. Also wende ich mich hoff­nungs­voll an meine 5-Jäh­rige und frage:

Magst du mir helfen, die Spül­ma­schine aus­zu­räumen?“. Zuge­geben: Ich lächle dabei auf­mun­ternd und tu so, als ob das ein Ver­gnügen sei. Aber sie hat mich gleich durch­schaut.

Nee, keine Lust.“ Weg ist sie. Fast. Dann kam mein Geis­tes­blitz. „Weißt du, ich kann die Spül­ma­schine nur aus­räumen, wenn ich dabei rück­wärts­gehe. Schau!“ Ich musste noch nicht einmal beginnen, da stand sie schob lächelnd und ver­gnügt neben mir, um jedes Geschirr­teil rück­wärts­lau­fend in Rich­tung Schrank zu tragen. Beim Ein­räumen durften wir uns umdrehen, so die Regel.

Wir hatten große Freude bei unserer Arbeit und ich habe fest­ge­stellt: Es ist viel leichter, Geh­me­di­ta­tion zu üben, wenn man dies rück­wärts tut. Man muss auf­passen. Da ist keine Rou­tine. Man ent­deckt, spürt Neues. Nur einmal am Anfang hatte ich kurz den Impuls, als meine Kleine kon­zen­triert beschäf­tigt war, drei Teller heim­lich vor­wärts weg­zu­bringen, um Zeit zu sparen … aber dann brachte mich die neue Lauf­erfah­rung gleich zurück zu meinem Körper. Lächeln. Nicht mogeln. Also weiter rück­wärts.

Fazit. So ent­spannt, ent-stresst, ent­de­ckend und fröh­lich-gemeinsam haben wir beide nie zuvor die Spül­ma­schine aus­ge­räumt und waren fast etwas traurig, als das sau­bere Geschirr ver­staut war. Doch sind wir hoff­nungvoll: Schon in wenigen Stunden dürfen wir die Spül­ma­schinen-rück­wärts-aus­räum-Medi­ta­tion wie­der­holen … 5 Per­sonen schaffen viele Gele­gen­heiten, rück­wärts­ge­hend Geh­me­di­ta­tion zu üben. Was für ein Glück ;)

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